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Fachwerkhäuser












Fachwerkhäuser genießen unter allen Baualtersstufen eine Sonderstellung, da sie eine Mischkonstruktion aus tragenden Holzrahmen mit Ausfachungen, die wiederum aus Steinen, Ziegeln oder Lehm bestehen, aufweisen. Von Region zu Region kann bei diesem historischen Baustil die Formsprache und die Detailausbildung sehr unterschiedlich sein. Gegenüber allen anderen Baualtersstufen sind die Sanierungskosten bei Fachwerkhäusern im Vergleich höher.
 
Häuser aus der Gründerzeit/Jahrhundertwende











 
 Quelle: Dieter Schütz/ pixelio.de


Sie gehören zu der charakteristischten Gruppe von Altbauten. Einen besonderen Flair haben Stadtteile mit Häusern aus der Gründerzeit und sind von der Wohnlage her sehr beliebt. Bauliche Merkmale sind der Stuck und die großzügige Raumaufteilung sowie das massive Mauerwerk. In den Obergeschossen wurden Holzbalkendecken eingebaut und im Kellergeschoss Stahlträgerdecken. Zu dieser Zeit wurden die Wohnungen mit Ofenheizungen versehen und die Toilette befand sich ausserhalb der Wohnräume. Dies wurde mit den Jahren natürlich verändert.

Weitere Merkmale sind:


- Außenwände aus Ziegelmauerwerk 
- Straßenfassaden oft mit Stuckornamenten
- Deckenhöhen bis 4,00 m
- Decken der Keller als Gewölbe oder preußische Kappe
- Fenster aus Holz in 2 Variationen (Einfach- oder Kastenfenster)
- Fenster aus mehreren Flügeln bestehend  mit Profilierung

Gebäude der 20er und 30er Jahre









 
 
 Quelle: fraeulein-otten.blogspot.com


Die Häuser dieser Jahre weisen deutlich kleinere Wohnungsgrundrisse auf. Die Wände bestehen verstärkt aus Bims und Bimshohlblocksteinen. Die Aussenansicht der Gebäude zeigen eine einfache Putzfassade. In den 20er und 30 er Jahren begann man das Bad und WC in die Wohnung zu verlegen. Zudem ist Stampfbeton das neue Material für die Kellerwände.

Weitere Merkmale dieser Baualtersstufe sind: 


- die Wände sind bis zu 38 cm dick
- die Gestaltung fiel modern aus
- die Stahlbetondecken sind sehr dünn
- niedriger Schall- und Wärmeschutz
- Eckfenster und austragende Bauteile

Nachkriegsbauten der 50er


 
 
 
 
 
 
 
 
 
Quelle: paradisolehel.wordpress.com
 
 
 Die 50er waren durch Sparsamkeit geprägt was auch die Bauweise in diesen Jahren beeinflusst hat. Die Decken bestehen aus Stahlbeton mit Verbundestrich, jedoch ohne Maßnahmen zum Schallschutz. Im Dachstuhl findet chemischer Holzschutz Anwendung. Das Bad liegt zwar innerhalb der Wohnung, allerdings werden zum heizen Einzelöfen benutzt. Die Putz-und Stuckornamente sind bei diesen Bauten völlig verschwunden und man findet Fenster mit Einfachverglasung vor.

Zu den Merkmalen zählen auch:


- Ziegel-, Schlacke- oder Bimsmauerwerk bekleiden die Aussenwände
- die Wände sind bis zu 30 cm dick
- die Treppen sind massiv gebaut
- fehlende Wärmedämmung
- die Fenster sind aus Nadelholz
- die Balkone sind klein

Baualtersstufe 60er Jahre 








 
 
Quelle: vollzeitvater.de


Die Architektur der Gebäude dieser Zeit war innovativer. Man versuchte sich an neuen Formen und neue Materialien kamen zum Einsatz. Die Gestaltung der Grundrisse war frischer, zugleich neutral und funktional. Alles wurde größer. Flachdächer hielten in dieser Bauperiode Einzug. Ofenheizungen gab es nicht mehr. Dies war der Beginn der Zentralheizung.

Merkmale dieser Baualtersstufe sind ebenfalls:

- die Außenwände bestehen aus Mauerwerk und Beton
- neutrales, glattes Design
- schwimmendem Estrich in den Decken
- die Treppen wurden massiv gebaut
- die Wohnungsgrundrisse waren großzügig gestaltet
- die Raumzuschnitte waren effizienter 
- größere Fenster, vereinzelt aus Aluminium

Plattenbauten der 70er Jahre 











 
Quelle: C.Nöhren / pixelio.de


Die Plattenbauten wurden mit einem Fertigteilbausystem hergestellt. Dies war in den 70er das meist verwendete Bauverfahren. Die Wohnungsgrundrisse wurden der Konstruktion des Gebäudes angepasst. Ein völlig freie Gestaltung war hier kaum noch möglich. In dieser Baualtersstufe begann auch die Einführung eines gescheiten Wärmedämmsystems.

Weitere Merkmale der Plattenbauten sind:

- Wohnungsgrundrisse ist geprägt durch kleine Räume
- mangelnder Schallschutz
- großformatige Fenster, welche undicht und verzogen sind
- Zentralheizung noch ohne Regulierungsvorrichtung
- einheitliche, starre Gestaltung der Gebäude an sich

Häuser der 80er Jahre










 
 
Quelle: 1-2-do.com


Die Architektur der 80 Jahre gleicht einem Sammelsurium der vorangegangenen 2000 Jahre Baugeschichte. Die Fassaden bestehen entweder aus Putz oder aus Stein, Ziegel und Blech. Die Dacheindeckungen bestehen aus Ton oder Betondachsteinen. Auch die Fertigteilsysteme kamen zum Einsatz. Beim Thema Wohnungsgrundrisse begann man in den 80er Jahren unterschiedliche Größen und Schnitte zu bauen, abgestimmt auf verschiedene Wohnkonstellationen.
  
Weitere Merkmale dieser Epoche sind:

- die Wände sind bis zu 40 cm dick
- mangelhafter Schall- und Wärmeschutz
- Treppen wurden massiv gebaut
- die Fenster bestehen hier aus Holz-, Kunststoff- oder Aluminium und mit Isolierverglasung